am 18.03.2007 in Köln
 Der ehemalige Schachweltmeister und heutige regierungskritische Politiker der russischen Oppositionspartei „Drugaja Rossija“ („Anderes Russland“), Garri Kimowitsch Kasparow, wurde wegen der Beteiligung an der verbotenen Demonstration am gestrigen Samstag von einem Gericht zu einer Geldstrafe von 1.000 Rubel (umgerechnet etwa 29 Euro) verurteilt. Bei einer weiteren Festnahme droht Kasparow nun eine Gefängnisstrafe. Der Oppositionspolitiker befand sich zehn Stunden lang in Gewahrsam.
Kasparow kritisierte die Festnahme scharf: „Der russische Staat hat gezeigt, dass er nicht mehr die Weltpresse, die öffentliche Meinung oder selbst das russische Gesetz respektiert. Jetzt ist er ein Land irgendwo zwischen Weißrussland und Simbabwe.“ Kreml-Politiker bezeichneten die Demonstranten hingegen als Extremisten. Sie sollen die politische Stabilität in Russland gefährden wollen.
Die Demonstration richtete sich gegen den Mangel an Demokratie unter Präsident Wladimir Putin. Es wurde auch eine gerechte Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 gefordert. Michail Kasjanow bekräftigte dies auf dem Turgenjew-Platz noch vor Beginn der Milizübergriffe mit den Worten „Wir erreichen einen Kurswechsel mit Wahlen. Aber es müssen ehrliche und freie Wahlen sein und nicht nur deren Nachahmung.“
Die Polizei nahm zwischen 170 und 250 Demonstranten fest, darunter auch Journalisten. „Der Machtapparat handelt schwer paranoid“, so die Kritik des früheren Wirtschaftsberaters Putins, Andrej Illarionow, am Einsatz von über 9.000 Polizisten in Moskau.
Mehrere tausend Menschen versammelten sich auch zu von kremlnahen Jugendorganisationen veranstalteten Gegendemonstrationen.